Aktuelle Informationen des Veterinäramtes des Landkreises Hersfeld-Rotenburg zum ASP-Geschehen in Südhessen
Am 15. Juni wurde ein krank erlegtes Wildschwein im Landkreis Groß‐Gerau positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet. Zudem wurden weitere 6 Fälle von ASP in räumlicher Nähe zum ersten Fall bestätigt. Das aktuelle Ausbruchsgeschehen ist derzeit glücklicherweise auf Südhessen begrenzt. Hessen ist erstmals durch diesen Punkteintrag betroffen und die ASP ist damit ca. 150 km näher an den Landkreis Hersfeld-Rotenburg herangerückt. Das nächstgelegene außerhessische Geschehen befindet sich in Sachsen, nordwestlich von Dresden. Das betroffene Gebiet in Südhessen ist durch mehrere Autobahnen und den Main relativ gut nach Norden und Osten hin abgegrenzt, sodass nicht unbedingt damit zu rechnen ist, dass das Schwarzwild selbst die Seuche in naher Zukunft zu uns bringen wird.
Das Gefährliche für unseren Landkreis, und das gilt schon mehrere Jahre bzw. ist nichts Neues, sind eben diese Punkteinträge, die menschengemacht sind, beispielsweise durch unachtsam entsorgte virushaltige Lebensmittel, die vom Schwarzwild aufgenommen werden können. Neben den großen Logistikzentren im Landkreis durchqueren 3 Autobahnen das Kreisgebiet, insbesondere die A 4 auf der uns täglich sehr viele Fahrer aus dem osteuropäischen Ausland erreichen. Vor allem in Rumänien ist die ASP schon seit Längerem nicht unter Kontrolle. Dort gibt es neben der ASP beim Schwarzwild auch enorm viele Ausbrüche bei Hausschweinen in Kleinsthaltungen. Dadurch kommen die ASP-Viren in rohe Fleischwaren, wie Schinken und Rohwurst. Auch Jagdreisen in betroffene Gebiete besitzen ein großes Gefährdungspotential, wenn man nicht die notwendige Sorgfalt walten lässt. Die Gefahr eines Eintrages ist daher allgegenwärtig. Punkteinträge waren und sind jederzeit möglich und sollten möglichst schnell aufgedeckt werden. Jägerinnen und Jäger sind dazu aufgefordert, vermehrt auf sogenannte Indikatortiere wie Fallwild und krank erlegtes Schwarzwild zu achten. Sollten Sie im Revier ein verendetes Stück Schwarzwild entdecken, an dem Sie augenscheinlich keinen Schuss erkennen können, so teilen Sie dies bitte unbedingt dem Veterinäramt, möglichst mit Koordinaten des Fundortes, mit (06621-872302 bzw. veterinaer@hef-rof.de). Eine Beprobung mittels Fallwild-Tupfer wird dann nach Absprache mit dem Veterinäramt durchgeführt. Nur so können Virus-Einträge möglichst rasch erkannt werden, was bei der Seuchenbekämpfung von großem Vorteil ist. Das bekannte Schweißproben-Monitoring läuft wie gewohnt weiter. Aus jedem Revier sollten über das Jahr verteilt 2-5 Schweißproben zusammen mit den Trichinenproben beim Veterinäramt abgegeben werden.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
Im Auftrag
gez. Dr. Thomas Berge