Schenklengsfelder „Naturforscher“
Mit der Schule Natur pur erleben SCHENKLENGSFELD - Gemäß dem Motto der UNESCO Aktionstage, „Bildung für nachhaltige Entwicklung vor Ort erleben“, lud der Kreisjagdverein unter Vorsitz von Wilfried Marchewka am Donnerstag die Klasse H 8 der Gesamtschule Schenklengsfeld zur Naturerkundungstour am nahe gelegenen Ringberg ein.
Begeisterte Naturforscher: Jan Kempf (re.) mit einem Dachs und Lisa Oehling (li.) mit einem Rehkitz. Foto: jo
Vielen Jugendlichen sei bis dahin die Vielfalt der hier lebenden Wildtiere unbekannt gewesen, so der passionierte Jäger.
Jagd ist NaturschutzDie Jagd steht heute für Naturverbundenheit, für Umweltbewusstsein und für die Verantwortung gegenüber Flora und Fauna. Jäger nutzen Teile der Natur und bekennen sich dazu. Sie wissen aber, dass eine Nachhaltigkeit nur dann gewährleistet wird, wenn sie sich um die Belange des Arten-, Natur- und Umweltschutzes kümmern und dies insbesondere vor dem Hintergrund einer stetig weiter zunehmenden Zersplitterung der Lebensräume durch Siedlung, Verkehr, Industrie und Freizeitnutzung. § 48 des hessischen Naturschutzgesetzes sagt den wenigsten Waidgenossen etwas. Wollen doch die meisten Jäger Natur ungestört von Paragraphen und bevormundenden Regelungen genießen. Doch wir alle verstehen unser Tun auch als Dienst an der Natur. Es gilt so zu jagen und zu hegen, dass ein gesunder und dem Lebensraum angepasster Wildbestand erhalten bleibt. Eine Selbstverständlichkeit für alle Jäger. Aber gerade in einer Zeit, in der von vielen Seiten auf die Schutz- und Nutzgüter Anspruch erhoben wird und jägerische Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt werden, gilt es Stellung für die Natur zu beziehen. Der § 48 des HENatG gibt uns die Möglichkeit, bei Eingriffen in Natur und Landschaft unsere Meinung zu äußern. Wir stehen dort in einer Reihe mit den Fischern, den Waldbesitzern, den Bauern und den anerkannten Naturschutzverbänden. Auf örtlicher Ebene sind wir bei Planfeststellungsverfahren, Befreiungen von Verboten zum Schutz von Naturschutzgebieten und vielem mehr zu beteiligen. Dies kann die Ausweisung von Bau- oder Gewerbegebieten, der Bau von Umgehungsstraßen aber auch eine Flurbereinigung sein. Umfangreiche Papierberge sind zu sichten. Die Akten des Ausbaus der Autobahn A 4 umfassten für einen Bauabschnitt über ein Dutzend Ordner. Solche Datenmengen kann man kaum noch ehrenamtlich verarbeiten. Im Bereich des KJV haben sich deshalb die anerkannten Verbände zu einer lockeren Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Hier galt es, alte Feindbilder über Bord zu werfen und mit Nabu, BUND oder SDW an einem Strang zu ziehen. Nur wenn wir Jäger uns auch naturschutzfachlich zu Eingriffen in Natur und Landschaft äußern, werden wir auch in Zukunft die Möglichkeit behalten, als kompetente und anerkannte Naturnutzer Gehör zu finden. |

